Das Kelheimer WirtschaftsForum feierte heuer zusammen mit der Kelheimer Schifffahrt deren Jubiläum „50 Jahre Vereinigte Schifffahrt Kelheim GbR“

Donnerstag, 07. Oktober 2021

Der Stadtmarketingverein „Zukunft Kelheim“ e.V.“ veranstaltete das Kelheimer WirtschaftsForum am 28. September 2021 bereits zum 12. Mal. Nach der coronabedingten Zwangspause im letzten Jahr freuten sich die geladenen Gäste heuer ganz besonders auf den informativen Abend auf der liebevoll geschmückten MS Kelheim. Beim Kelheimer WirtschaftsForum handelt es sich um eine Veranstaltung mit Tradition, bei der Kelheimer Firmen den Vereinsmitgliedern vorgestellt werden, um mehr über sie zu erfahren.  

Auch Christian Schweiger, Kelheims Erster Bürgermeister, hatte große Freude daran, dass die knapp 100 Gäste aus den Bereichen Wirtschaft, Verwaltung und Politik, der Einladung zu diesem Themenabend gefolgt waren: „Beim Thema Schifffahrt werde ich immer etwas emotional, Kelheim ohne die Schifffahrt ist für mich einfach undenkbar“, mit diesem Statement bekräftigte das Stadtoberhaupt, welch wichtige Rolle die Schifffahrt für Kelheim einnimmt, nicht nur aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten.

Den thematischen Auftakt zum historischen Werdegang der Kelheimer Schifffahrt machte Bernd Lotter, Erster Vorsitzender des Stadtmarketingvereins, mit ausdrucksstarken Bildern aus Vergangenheit und Gegenwart auf der Leinwand im Hintergrund.

Drei Schifffahrtsunternehmen, drei Geschäftsführerinnen, alle eigenständig und dennoch seit 50 Jahren in der „Vereinigten Schifffahrt Kelheim GbR“ als Verbund zusammengeschlossen.

Der Beginn der Motorschifffahrt in Kelheim ist bereits auf das Jahr 1925 zu datieren. Bis zum Zusammenschluss gab es jedoch einige Querelen und Anekdoten, mit denen Bernd Lotter die Gäste zum Schmunzeln brachte. So buhlten die Schifffahrtsunternehmen um die Gäste und wurden in der Akquise immer kreativer, sodass die Fahrkarten für die einzelnen Gesellschaften zuerst am Schiff, dann am Damm, am Ortseingang Kelheim und schließlich bereits am Bahnhof an die Touristen verkauft wurden. Oder es wurde eine Holztreppe, die vom Damm direkt zum Liegeplatz des Konkurrenten ging, einfach mit dem Traktor und einem Seil entfernt.

Bernd Lotter: „Trotzdem ist es aus heutiger Sicht zu bewundern, dass damals einige unter den Hitzköpfen dann doch alle Beteiligten überzeugen konnten, nicht gegeneinander, sondern als Gemeinschaft zusammen zu arbeiten und an einem Strang zu ziehen.“

Die Vereinigten Schifffahrtsunternehmen Kelheim wurden 1971 gegründet. Seitdem werden unter anderem der gemeinsame Kartenverkauf oder auch das Marketing gemeinsam betrieben.

Für einen weiteren kurzweiligen und unterhaltsamen Programmpunkt standen die drei Geschäftsführerinnen Karin Steibl-Lotter (Steibl Personenschifffahrt Kelheim GmbH), Brigitte Meller (Personenschifffahrt Stadler GmbH & Co. KG) und Renate Schweiger (Personenschifffahrt Josef Schweiger e.K.) zusammen mit Bernd Lotter und Christian Schweiger Rede und Antwort. In einem Interview stellten Katja Listl, Vorstandsmitglied von „Zukunft Kelheim e.V.“, und Stefanie Brixner, Wirtschaftsförderin der Stadt Kelheim, Fragen aus sämtlichen Bereichen.

Dabei erfuhren die Anwesenden viel über die herzlichen Gastgeber:

Die drei Unternehmen der Kelheimer Schifffahrt beschäftigen ca. 150 Mitarbeiter und haben eine Vielzahl an verschiedenen Berufsbildern zu bieten. Gerade im Hinblick auf Wertschöpfungsketten im Landkreis Kelheim ist die Palette der Schifffahrt vorbildlich: Metzger, Bäcker, Handwerker, Stromlieferant u.v.m. profitieren von der Kelheimer Schifffahrt.

Letztlich ist auch das Crossmarketing ein weiterer interessanter Wirtschaftsfaktor und ein Punkt gemeinsamer Marketingmaßnahmen.

Wie wichtig die Besucherlenkung im Nationalen Naturmonument ist, wird deutlich, wenn man weiß, dass 350.000 Personen jährlich durch den Donaudurchbruch befördert werden. Moderne Antriebssysteme mit Rumpfoptimierung zur Reduzierung des Wellenschlags, abgasoptimierte Aggregate und synthetische aus Bio- und Erdgas gewonnene Treibstoffe sind nur einige der Maßnahmen, die die Kelheimer Schifffahrt realisiert hat, um im Einklang mit der Natur die Schiffe flussaufwärts und -abwärts zu befördern, seit letztem Jahr neu nun auch im Linienverkehr nach Regensburg.

Dennoch gab und gibt es auch immer wieder Probleme, mit denen die Schifffahrt zu kämpfen hat: Niedrigwasser, Hochwasser, Kiesbänke und letztlich Corona. Doch nicht selten ein Schaden wo auch ein Nutzen, so investierte die Schifffahrt unter anderem in die Modernisierung der Flotte und in ein neues digitales Kassensystem. Die Frage nach dem möglichen Schiff der Zukunft beantworteten die Geschäftsführerinnen unisono mit einem Augenzwinkern: „Unsere Zukunftsvision? Ein Schiff mit geringem bis gar keinem Tiefgang!“.

Beim Stichwort Zukunft nutzte die Schifffahrt gleich die Gelegenheit, um bei Bürgermeister Christian Schweiger direkt nachzufragen, ob die Mitarbeit der Schifffahrt bei der zukünftigen Umgestaltung des Wöhrdplatzes möglich sei. Die Mitarbeit sei nicht nur möglich, sondern auch ausdrücklich gewünscht und erforderlich. Die Funktionalität des Platzes stehe an erster Stelle – die Erfahrungen der Schifffahrtsunternehmen seien hierfür unerlässlich, antwortete das Stadtoberhaupt.

Mit einem Ausblick auf die nächsten Veranstaltungen endete dann der offizielle Teil und die Gäste nutzten den restlichen Abend zum Austausch und zum Netzwerken.

Der Stadtmarketingverein „Zukunft Kelheim e. V.“ und die Stadt Kelheim bedanken sich herzlich bei den traditionsreichen Familienunternehmen der Vereinigten Schifffahrt Kelheim für die Gastgeberrolle, die herzliche Atmosphäre und einem rundum gelungenen Abend.

 

Bildunterschrift: Stefanie Brixner, Wirtschaftsförderin der Stadt Kelheim, Katja Listl, Vorstandsmitglied vom Stadtmarketingverein Zukunft Kelheim e.V., Bernd Lotter, Erster Vorsitzender des Stadtmarketingvereins Zukunft Kelheim e.V., Karin Steibl-Lotter, Geschäftsführerin Steibl Personenschifffahrt Kelheim GmbH, Brigitte Meller, Personenschifffahrt Stadler GmbH & Co. KG, Renate Schweiger, Personenschifffahrt Josef Schweiger e.K. und Bürgermeister Christian Schweiger.

Foto: Lena Plapperer (Abdruck honorarfrei)

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